Archiv für die Kategorie „Text“

Seite wieder online

Anfang des Monats gab es Probleme mit dem Server, wobei leider Teile der Datenbank verloren gegangen sind. Das kommt davon, wenn man wie ich mal wieder alles bis auf den letzten Cent gespart hat und dann noch zu dumm zu faul ist, regelmäßig Backups zu machen. Naja, mit Hilfe des Google-Cashes konnte ich alles wieder rekonstruieren ;)
Die Zwischenzeit hab ich genutzt, um die Gallery-Funktion zu aktualisieren, und dann hab ich noch einen Gefällt-mir-Button und weitere social bookmarking services integriert, da ja mittlerweile irgendwie alle Web-Fuzzies von SEO reden. Jetzt ist die Seite wieder online, also weiterhin viel Spaß!

Arche-Wohnanlage re-up

Auf Nachfrage habe ich diese alte Seite aus dem Jahre 2002 nochmal ausgegraben und online gestellt. Ein paar Infos zur anthroposophischen Wohnanlage “Arche” auf dem Steppenberg in AC-West, wo meine Eltern wohnen.

Zwölf Variationen eines Möbelpackerwitzes

Der folgende tolle Text stammt nicht von mir sondern vom Titanic-Autor Max Goldt.
Allerdinges kommt er noch besser (weil unerwarteter), wenn man ihn vorgelesen bekommt. ;-)

Drei bettlägerige ukrainische Tingeltangeltänzerinnen

Es gibt Witze, die vorne besser als hinten sind. Da es für gesetzmäßig gehalten wird, dass die Schlußpointe den Höhepunkt eines Witzes bildet, werden solche Witze vom Publikum nicht recht geschätzt. Ich halte dies für einen Fehler.
In einer alt-berliner Humor- und Anekdotensammlung fand ich einen Witz, der wie folgt beginnt: “in der Straßenbahn erregt eine Frau mit einem großen, feuchten Kranz das Mißfallen ihrer Nachbarin.” Was die molestierte Mitreisende nun zu der Frau mit feuchtem Kranz sagt, ist leider zu langweilig, um hier wiedergegeben zu werden. Es ist schließlich vergnüglich genug, sich auszumalen, wie eine Frau mit einem großen, feuchten Kranz in der Straßenbahn sitzt!
Man sollte sich bei jedem Witz ernsthafte Gedanken machen, ob es nicht amüsanter sein könnte, ihn nicht zu Ende zu erzählen. Ein Lieblingswitz meiner Teenagerjahre endete z.b. so: “Fragt das eine: wie gehts denn so? Antwortet das andere: Ach, ganz gut, ich kann schon wieder Uran lassen.” Dies ist eine schlaffe Schlußpointe, aber der Witzbeginn war super: “zwei Atomkraftwerke, von denen eines lange krank war, sitzen im Baum und stricken.” Sagt das Publikum: “Wenn man schlechte, alte Witze verkehrtherum erzählt bekommt, wird einem schlecht.” Entschuldigung, mach ich nie wieder.
Vor einiger Zeit entdeckte ich in einem Abreißkalender einen Witz, der mich fesselte: “Zwei Möbelpacker, von denen einer für klassische Musik schwärmt, schleppen ein Klavier ein Hochhaus hinauf. Oben keucht der eine zum andern: Na, was denkst du jetzt über Beethoven?”
Statt nachzudenken, warum ich gerade diesen Witz interessant finde, gab ich meiner Freude Ausdruck, indem ich eine Reihe von Variationen des Witzes schrieb, von denen ich nun einige dem Unverständnis möglichst weniger und der Ergötzung hoffentlich mancher preisgeben möchte.
1. Zwei Möbelpacker, von denen einer für Kernspaltung schwärmt, schleppen einen Atomreaktor ein Hochhaus hinauf. Oben keucht der eine zum andern: Na, was hälst du jetzt von Otto Hahn?
2. Zwei Möbelpacker, von denen keiner für Vitamin C schwärmt, schleppen eine erkältete Frau ein Hochhaus hinauf. Oben hustet der eine zum anderen: Na, was halten wir jetzt von Vitamin C?
3. Zwei Frauen, von denen eine schwanger ist, schleppen einen Gynäkologen ein Hochhaus hinauf. Oben keucht die eine zur anderen: Na, was hälst du jetzt vom Lesbentum im Bungalow?
4. Zwei Möbelpacker, von denen einer eine Fahrstuhlphobie hat, schleppen ein Klavier das Empire State Building hinauf. Oben keucht derjenige der keine Phobie hat: Ich krankhafter Toleranzler.
5. Drei bettlägerige ukrainische Tingeltangeltänzerinnen, von denen eine für ukrainische Folklore schwärmt, liegen auf einer französischen Liege und lesen Ernst Bloch. Da schläft die mittlere ein und schnarcht wie ein Rohrspatz. Sagt die erste zur dritten: Na, und was hälst du jetzt von ukrainischer Folklore? Antwortet die dritte: Gar nichts. Wacht die mittlere auf und meint: Das ist gar nichts dagegen, was ich von Ernst Bloch halte.
6. Eine unbestimmte Menge von Möbelpackern, von denen ein gewisser Prozentsatz für unverständliche Bahnhofsdurchsagen schwärmt, schleppen einen lispelnden Bahnhofsvorsteher durch die Bahnhofshalle einer nicht erwähnenswerten Nullachtfünfzehn-Stadt.
7. Zwei Konzertpianisten, von denen einer für Möbelpacker schwärmt, schleppen ein Klavier in einen Konzertsaal. Dort keucht der eine zum anderen: Du, ich schwärme jetzt auch für Möbelpacker.
8. Zwei Möbelpacker, von denen einer für Bergsteigereivideos schwärmt, tragen einen Korbsessel in eine Parterrewohnung. Darin sitzt Reinhold Messner und zieht sich Möbelpackervideos rein. Keuchen die beiden Möbelpacker: Das kommt etwas unerwartet.
9. Zwei Lungenkranke schleppen eine eiserne Lunge ein Hochhaus hinauf. Oben keucht der eine zum anderen: Verdammt, ich habe meine Zigaretten im Auto liegen gelassen!
10. Zwei oder drei Sexmonster stehen an einer Imbißbude und lesen einen fragmentarischen Roman.
11. Zwei Lesben, die eine Verehrerin von Beethoven, die andere jedoch erschöpft und stark erkältet, schleppen sich in einen Beethoven-Abend. Während des Konzerts keucht und hustet die eine. Neben ihr sitzen zwei Möbelpacker, von denen der eine für Beethoven schwärmt, und dieser sagt zu der erkälteten Lesbe: Können Sie nicht draußen husten? Meint die Lesbe: Ich bin zu erschöpft zum Rausgehen. Da trägt der Möbelpacker die Lesbe hinaus. Als er zurückkommt, keucht er. Meint sein Freund: Kannst du nicht draußen keuchen? Sagt der andere: Ich bin zu erschöpft. Die Lesbe war so dick. Darauf trägt der andere Möbelpacker den keuchenden hinaus. Die Lesbe, die von diesem hinausgeschleppt wurde, hat die Szene vom Hintergrund aus beobachtet und stiehlt sich an ihren Platz zurück. Von Erkältung keine Spur mehr. Sagt die eine: Das war wirklich ein guter Trick, um diese beiden widerlichen Macker loszuwerden. Nach dem Konzert begegnen die beiden Frauen den Möbelpackern auf der Straße. Meint der eine: Nanu, Sie husten ja gar nicht mehr. Meint die Lesbe: Tja, die heilende Wirkung von klassischer Musik. Meint derjenige Möbelpacker, der sowieso schon für Beethoven schwärmt, triumphierend zu seinem Freund: Na, was denkst du jetzt über Beethoven?
12. Zwei gaanz niedliche Eselchen schleppen einen gaanz schweren Sack Disteln das World Trade Center hoch. Dort essen sie die Disteln. Nach einer Weile sagt der eine zum anderen: Eigentlich hätten wir die doch auch unten essen können.

Geometrie aus Kindersicht

Vor Kurzem hab ich auf der Autobahn darüber nachgedacht, wie man geometrisch (also ohne Messen und Rechnen) die Tangente zu einem Kreis durch einen bestimmten Punkt erstellen kann.

Ich weiß nicht mehr, wie ich darauf gekommen bin, allerdings lies mir das Problem keine Ruhe, denn ich wusste, dass es recht einfach zu lösen ist.

Zu Hause in der Küche hab ich es sofort auf einen rumliegenden Zettel gekritzelt und hatte dann auch die Lösung: Man braucht dazu den Satz des Thales der besagt, dass man immer ein rechtwinkliges Dreieck erhält, wenn man ein Dreieck aus den beiden Endpunkten des Durchmessers eines Halbkreises (dem Thaleskreis) und einem weiteren Punkt dieses Kreises konstruiert.

Man nimmt also den Mittelpunk der Strecke zwischen dem vorgegebenen Kreismittelpunkt M und dem vorgegebenen anderen Punkt P, und zeichnet damit einen Halbkreis durch die beiden Punkte M und P. Der Schnittpunkt dieses Halbkreises mit dem Vorgegebenen Kreis ist dann der Berührpunkt der Tangente. (Denn die Tangente ist ja senkrecht zum Radius des Kreises, und das ist durch den Satz des Thales gegeben.)

Meine Zeichnung:

Wenn das jetzt zu kompliziert war, völlig egal, denn jetzt kommt der Witz…
Ich hatte den Zettel nach dem Essen in der Küche liegen lassen und gar nicht mehr daran gedacht. Zwei Tage später kam meine Mutter lachend in mein Zimmer und hielt mir den Zettel hin; ich bin fast vom Stuhl gefallen :-D mein fünfjähriger Bruder hatte versucht es nachzuzeichnen. Das Ergebnis: eine Banane, ein Apfel und ein kleiner Smiley. Hier klicken